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Netzwerke statt Talent: Warum Frauen am Kunstmarkt unterrepräsentiert sind

  • vor 13 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit

Leonardo da Vinci, Claude Monet, Pablo Picasso, Vincent van Gogh – sie gehören zu den bekanntesten Künstlern weltweit. Namen, die wahrscheinlich fast jede*r kennt. Doch wenn es um weibliche Künstler*innen geht, ist das Wissen neben Persönlichkeiten wie Frida Kahlo und vielleicht Georgia O’Keeffe und Sofonisba Anguissola meist begrenzter. artlia


Vielen Frauen wurde historisch gesehen die Sichtbarkeit verwehrt. Obwohl sie schon immer aktiv in der Kunst waren und heute sichtbarer sind als jemals zuvor, sind sie an der Spitze des Kunstmarkts weiterhin unterrepräsentiert. Mit der derzeitigen Wachstumsrate wird Geschlechterparität auf dem Auktionsmarkt erst im Jahr 2053 erreicht. Burns Halperin Report 2022

 

Eine Studie in Nature Communications mit Co-Autor Magnus Resch zeigt: Das Geschlecht ist nicht der wichtigste Faktor dafür, wie erfolgreich Künstler*innen sind. Vielmehr sind es einflussreiche Netzwerke, die tragenden Faktoren für eine erfolgreiche Kunstkarriere sind. Und doch sind Frauen auf dem kommerziellen Kunstmarkt weiterhin unterrepräsentiert. Nature Communications


Das Geschlecht sagt weniger über den Erfolg aus als das Netzwerk


Die Studie analysierte Karrieren von über 65.000 aktiven Künstler*innen in über 20.000 Kunstinstitutionen, Galerien und Museen weltweit. Das Ergebnis: Geschlechterungleichheit ist in der Struktur der Kunstwelt verankert. Die ersten Ausstellungen beeinflussen das Interesse zukünftiger Ausstellungen, Galerien und die Wahrscheinlichkeit, den Auktionsmarkt zu erreichen.


In männlich dominierten Netzwerken erreichen Männer mit einer Wahrscheinlichkeit von 73 % den Auktionsmarkt, bei Frauen im selben Netzwerk sind es 69 %. Doch in weiblich dominierten Netzwerken sinkt diese Wahrscheinlichkeit bei männlichen Künstlern auf nur 52 %. Denn Frauen sind überproportional in Netzwerken vertreten, die weniger Aufmerksamkeit auf dem Markt erhalten. Sie erhalten eine geringere kommerzielle Sichtbarkeit und ziehen weniger Sammler an.

 

Frauen sind auf dem Kunstmarkt unterrepräsentiert


Die Zahlen sprechen für sich: Werke von Frauen machen nur etwa 9 % der weltweiten Auktionsumsätze mit bildender Kunst aus. unisg.ch 


Das teuerste Kunstwerk, das jemals von einer weiblichen Künstlerin verkauft wurde, war Frida Kahlos El Sueño (La cama) für insgesamt 54,7 Millionen US-Dollar. Doch das sind 400 Millionen US-Dollar weniger als der Rekord für das Gemälde eines männlichen Künstlers. 2017 wurde Leonardo da Vincis Werk Salvator Mundi für über 450 Millionen US-Dollar verkauft. National Museum of Women in the Arts


Unsichtbare Strukturen prägen, wer erfolgreich wird 


Die Ungleichheit im Kunstmarkt basiert daher nicht allein auf Entscheidungen von Einzelpersonen, sondern auf festgefahrenen Strukturen im System. Der Werdegang von Künstler*innen wird bereits früh durch den Zugang zu bestimmten Netzwerken geprägt.


Für Geschlechtergerechtigkeit auf dem Kunstmarkt bedarf es daher einer Veränderung der unsichtbaren Strukturen. Erst, wenn diese aufgedeckt werden, kann der strukturellen Benachteiligung von Frauen auf dem Kunstmarkt entgegengewirkt werden.

 
 
 

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