Ehrenamt ist keine Nebensache
27 Millionen Menschen engagieren sich in Deutschland freiwillig. Sie tragen Vereine, Feuerwehren, Kommunalpolitik, Kultur und Soziales. Wer dort führt, gestaltet Gemeinschaft mit und baut Netzwerke, Erfahrung und Sichtbarkeit auf, die weit über das Ehrenamt hinauswirken.
Gleichberechtigung im Ehrenamt ist deshalb keine Nebenfrage, sondern Voraussetzung für gesellschaftliche Verankerung.

„Demokratie geht nicht ohne gesellschaftlichen Zusammenhalt. Gelebt wird er vor allem durch das Ehrenamt."
– Frank-Walter Steinmeier, Bundespräsident
Studie zu Frauen im Ehrenamt
Gemeinsam haben wir Civey beauftragt, 15.000 Menschen in Deutschland zu befragen, um erstmals differenzierte Daten zur Lage von Frauen im Ehrenamt zu schaffen. Wo gibt es Lücken? Was hält Frauen zurück und was würde sie bewegen?
Die Antworten zeigen: Das Problem ist strukturell. Und genau deshalb ist es lösbar.
Was die Zahlen bedeuten
01
Kein Motivationsproblem, ein Strukturproblem.
Der Gap entsteht nicht im Willen, sondern in Zeitstrukturen, Haftungsfragen und Präsenzkulturen. Chancengleichheit im Ehrenamt ist eine Frage institutioneller Reform.
02
DIE FÜHRUNGSLÜCKE HAT GESELLSCHAFTLICHE KONSEQUENZEN.
Wer im Ehrenamt führt, baut Netzwerke auf, sammelt Erfahrung und gewinnt Sichtbarkeit. Diese Ressourcen wirken weit über den Verein hinaus, in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Wer dort fehlt, fehlt am Ende auch dort, wo die großen Entscheidungen fallen.
03
DIE GEFÜHLTEN HÜRDEN SIND GRÖSSER ALS DIE ERLEBTE REALITÄT.
Über 90 % der Frauen, die bereits eine Leitungsrolle innehaben, fühlen sich wohl und wollen weitermachen. Was Frauen vor dem ersten Schritt zurückhält, sind nicht die tatsächlichen Bedingungen, sondern fehlende Vorbilder, die zeigen, dass es geht.
04
DIE STRUKTUREN ENTSCHEIDEN, WER FÜHRT.
Flexiblere Zeitmodelle, rechtliche Absicherung und Co-Leadership werden als wirksamste Aktivatoren genannt. Kleine strukturelle Veränderungen in Vereinen können den Unterschied machen: nicht für Frauen allein, sondern für alle.
05
JEDE FRAU, DIE FÜHRT, VERÄNDERT DAS BILD.
39,3 % der Menschen haben noch nie eine Frau in einer ehrenamtlichen Führungsrolle erlebt. Was man nicht sieht, kann man sich schwerer vorstellen und was man sich nicht vorstellen kann, wählt man seltener. Sichtbarkeit ist deshalb keine Nebensache. Sie ist eine strukturelle Voraussetzung dafür, dass sich das Bild ändert.
Das Ergebnis ist klar. Das Problem ist strukturell. Und genau deshalb ist es lösbar.
Die Strukturen entscheiden, wer mitmacht. Und Strukturen können verändert werden.
Alle Daten. Alle Ergebnisse. Alle Empfehlungen.
Die im Auftrag von ADAC und FRAUEN100 durchgeführte Civey-Studie „Frauen im Ehrenamt" ist die erste repräsentative Befragung, die die gesamte Engagement-Journey von Frauen differenziert abbildet – von „noch nie engagiert" bis „aktuell in Leitungsfunktion". 15.000 Bundesbürger:innen, erhoben im März 2026.
Warum jetzt?
01
Der Moment ist reif.
Der 6. Freiwilligensurvey 2024 zeigt: Frauen und Männer engagieren sich heute gleich häufig. Doch auf Führungsebene sind Frauen weiterhin unterrepräsentiert. Das Thema ist bereit, neu gerahmt zu werden.
02
Die Datenlage war lückenhaft.
Bisher fehlten belastbare, nach Journey-Stufen differenzierte Daten zur weiblichen Engagementlücke. Die Studie schließt diese Lücke erstmals.
03
Die Gesellschaft ist weiter als die Vereinsrealität.
70 % der Bevölkerung sehen Frauen in ehrenamtlicher Führung als unterrepräsentiert. 81 % würden Frauen eine Leitungsrolle empfehlen.
Das Netzwerk zum Ehrenamt
FRAUEN100 × ADAC
frauen100
FRAUEN100 ist eine der führenden Plattformen für Frauen in Führung in Deutschland. Die Initiative vernetzt Frauen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft, macht sie sichtbar und schafft Räume, in denen Gleichberechtigung nicht nur diskutiert, sondern gelebt wird. Im Ehrenamt genauso wie im Unternehmen gilt: Frauen in Führung verändern, was als normal gilt – in Vereinen, Verbänden und Kommunen.
adac
Der ADAC ist mit über 22,8 Millionen Mitgliedern und mehr als 1600 Ortsclubs einer der größten Ehrenamts-Träger Deutschlands. Er kennt das Ehrenamt nicht aus der Theorie, sondern von innen. Der ADAC bekennt sich als Strategic Impact Partner dieser Initiative zu der Frage, was es braucht, damit Frauen im Ehrenamt nicht nur tragen, sondern auch entscheiden.















