Menstruation ist kein Luxus
- vor 2 Tagen
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Heute, am 28. Mai, ist Weltmenstruationstag.
Ein Tag, der jedes Jahr darauf aufmerksam macht, dass Menstruation zwar für Millionen Menschen zum Alltag gehört, der Zugang zu Hygieneprodukten aber noch immer keine Selbstverständlichkeit ist.
Weltweit haben rund 500 Millionen Menschen keinen ausreichenden Zugang zu Menstruationsprodukten oder sauberen Sanitäranlagen. Für viele bedeutet das nicht nur eine finanzielle Belastung, sondern auch gesundheitliche Risiken, Unsicherheit und gesellschaftliche Ausgrenzung. Besonders betroffen sind Menschen mit geringem Einkommen, obdachlose Frauen, junge Menschen oder Personen in Krisengebieten.
Doch auch in Deutschland ist sogenannte „Period Poverty“ Realität. Tampons, Binden oder Slipeinlagen gehören zwar für Millionen Menschen zur monatlichen Grundversorgung, trotzdem sind sie für viele nicht selbstverständlich zugänglich. Wer ohnehin wenig Geld zur Verfügung hat, muss oft auch bei notwendigen Hygieneprodukten sparen.
Menstruation ist noch immer ein Tabuthema
Der Weltmenstruationstag macht deshalb nicht nur auf fehlende Versorgung aufmerksam, sondern auch auf die gesellschaftliche Tabuisierung von Menstruation. Noch immer wird nur selten offen über Perioden gesprochen, obwohl sie für einen großen Teil der Bevölkerung biologischer Alltag sind.
Die Folgen davon zeigen sich in vielen Bereichen: fehlende Aufklärung, Unsicherheiten im Umgang mit dem eigenen Körper, Schamgefühle und zu wenig politische Aufmerksamkeit für ein Thema, das Gesundheit, Bildung und gesellschaftliche Teilhabe beeinflusst. Besonders junge Menschen wachsen oft mit dem Gefühl auf, über Menstruation lieber nicht offen sprechen zu sollen.
Warum das Thema politisch ist
Aktivist*innen und Organisationen fordern deshalb seit Jahren bessere Unterstützung für Betroffene von Period Poverty, mehr Aufklärung über Menstruation und kostenlosen Zugang zu Periodenprodukten, zum Beispiel in Schulen, Universitäten oder öffentlichen Einrichtungen.
Denn Menstruation ist keine Lifestyle-Frage und kein Luxusproblem, sondern Teil grundlegender gesundheitlicher Versorgung. Der Zugang zu Hygieneprodukten entscheidet für viele Menschen darüber, ob sie sicher durch ihren Alltag kommen, am Unterricht teilnehmen oder sich gesundheitlich ausreichend versorgen können.
Der Weltmenstruationstag erinnert deshalb nicht nur an ein oft tabuisiertes Thema, sondern auch daran, dass Menstruation gesellschaftlich und politisch noch immer nicht die Aufmerksamkeit bekommt, die sie verdient.
Erste positive Entwicklungen
In den vergangenen Jahren hat sich beim Thema Menstruationsgesundheit bereits einiges bewegt. Immer mehr Schulen, Universitäten und öffentliche Einrichtungen stellen kostenlose Periodenprodukte zur Verfügung, um Betroffene im Alltag zu entlasten und Menstruation als Teil grundlegender Versorgung anzuerkennen.
Auch politisch und gesellschaftlich bekommt das Thema zunehmend Aufmerksamkeit. In Deutschland wurde die sogenannte „Tamponsteuer“ 2020 gesenkt, wodurch Menstruationsprodukte nicht länger als Luxusartikel besteuert werden.
Gleichzeitig setzen sich immer mehr Initiativen, Aktivist*innen und Organisationen dafür ein, Period Poverty sichtbar zu machen und Aufklärung rund um Menstruation zu fördern.
International gehen einige Länder noch weiter: In Schottland sind Periodenprodukte seit 2022 in öffentlichen Einrichtungen kostenlos zugänglich. Das Land gilt damit als Vorreiter im Kampf gegen Period Poverty.
Fotocredits. Alamy Stock Photo





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