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FRAUEN30 - Dinner



Was können wir tun, um Mädchen zu stärken? Um eine Antwort auf diese Frage zu finden, kamen am 05. Oktober 50 einflussreiche Frauen aus Wirtschaft, Medien und Sport in der Carl Fritz Boutique Location zum FRAUEN30 Dinner zusammen. Gemeinsam diskutierten sie an diesem Abend darüber, was jede*r Einzelne tun kann, damit Mädchen unabhängig von Rollenklischees ihren eigenen Weg in dieser Welt gehen können. Dabei stand vor allem die Bedeutung weiblicher Vorbilder im Vordergrund. Zu diesem Anlass hat sich FRAUEN100 mit Barbie zusammengetan. Die Marke zeichnet jedes Jahr weltweit zum internationalen Frauentag weibliche Role Models vor allem aus dem MINT-Bereich aus, um Mädchen zu inspirieren und ihnen dabei zu helfen, ihr grenzenloses Potenzial auszuschöpfen.


Neben geladenen prominenten Unterstützerinnen wie den Schauspielerinnen Alexandra Maria Lara und Dennenesch Zoudé, Boxerin Zeina Nassar, Unternehmerin und Autorin Aya Jaff, Journalistin und Moderatorin Dunja Hayali sowie Unternehmerin Fränzi Kühne, gab es Impulse von Johanna Stiller, Programmleiterin bei “Wir stärken Mädchen”, Antje Boetius, Direktorin des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung und diesjähriges Barbie Role Model sowie Fernsehmoderatorin Katja Burkard. Vertieft wurde das Thema in einem Panel Talk, bei dem sich Meteorologin, Klimaforscherin und angehende Astronautin Dr. Insa Thiele-Eich, Journalistin, Autorin und Podcasterin Yasmine M’Barek, Schauspielerin und Künstlerin Jasna Fritzi Bauer sowie Moderatorin, Schauspielerin und Autorin Collien Ulmen-Fernandes Gedanken darüber austauschten, wie man Mädchen empowern kann.


Durch den Abend geführt hat Fernsehmoderatorin Johanna Klum, der das Thema Mädchen stärken besonders am Herzen liegt. Denn seit sie Mutter einer achtjährigen Tochter und eines fünfjährigen Sohns ist, ist ihr die Bedeutung von Rollenbildern, die vor allem Frauen in ihrer Lebensgestaltung zurückhalten, richtig bewusst: “Das geht schon bei der Kleidung los. Auf Shirts für Mädchen steht so etwas wie ‘Pretty Little Princess’, auf Shirts für Jungs ‘Hero’ oder ‘Legendary’” schildert sie und erzählt weiter: “Mir war natürlich bewusst, dass in der Gesellschaft Unterschiede zwischen den Geschlechtern gemacht werden, doch wie früh das losgeht, wurde mir erst so richtig klar, als ich gesehen habe, wie unterschiedlich mein Sohn und meine Tochter behandelt werden. Mein Sohn wird beispielsweise für seinen Mut bewundert, wohingegen meine Tochter für ihr Aussehen gelobt wird.” Ein Umstand, den die Moderatorin nicht hinnehmen will.


You can’t be what you can’t see


Gegen Geschlechterrollen, die junge Frauen insbesondere in ihrer Berufswahl limitieren, geht auch Johanna Stiller vor. Die Programmleiterin der Initiative “Wir stärken Mädchen” unterstützt Schulen dabei, Angebote für Mädchen ins Leben zu rufen, die ihnen Lebensbereiche näher bringen, in denen Frauen nach wie vor unterrepräsentiert sind: “Wir konzentrieren uns hauptsächlich auf den MINT-Bereich, in dem vor allem Männer arbeiten. Ein Bereich, in dem man viel Geld verdienen und vor dem Hintergrund der Digitalisierung und des Klimawandels unsere Welt maßgeblich mitgestalten kann.” Gerade dabei brauche es die Stimmen von allen, auch die Stimmen junger Frauen. Nach dem Motto “You can’t be what you can’t see” arbeitet die Initiative deshalb eng mit Frauen zusammen, die in männerdominierten Berufsfeldern arbeiten und Role Models für Mädchen sein können. Denn nur wenn man ihnen alle Möglichkeiten aufzeige, hätten sie am Ende die Freiheit entscheiden zu können, was sie wirklich mit ihrem Leben machen möchten.


“Was sich Jungs trauen, dürfen sich auch Mädchen trauen”


Eine dieser inspirierenden Frauen ist Antje Boetius, Direktorin des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung, die in diesem Jahr von Barbie als Role Model ausgezeichnet wurde. Einblick in ihre beeindruckende Arbeit erhielten die Gästinnen in einem Videoausschnitt, der anschließend in einem Interview vertieft wurde. Auf die Frage, wer oder was sie ermutigt habe, eine solche Karriere einzuschlagen, entgegnet die Meeresbiologin, dass ihre Mutter sie stets in ihren Träumen unterstützt habe. Für Antje Boetius ist daher das direkte Umfeld von Kindern entscheidend für ihre spätere Lebensplanung: “Wir müssen alle dafür sorgen, dass auch kommende Generationen menschliche Nähe und Unterstützung erfahren. Meine Mutter hat mir damals immer gesagt, dass alles, was sich Jungs trauen, auch Mädchen trauen dürfen.” Mädchen wolle sie deshalb auf den Weg geben, dass sie nicht nur träumen dürfen, sondern ihre Träume darüber hinaus mutig verfolgen sollen. Denn die könnten irgendwann wahr werden.



When Women support each other incredible things happen


Neben dem Umfeld ist es Katja Burkard nach jedoch ebenso wichtig, Mädchen beizubringen, sich gegenseitig zu unterstützen. Wolle man Mädchen stärken, müsse man ihnen zeigen, füreinander da zu sein und sich nicht als Konkurrentinnen zu betrachten. Die Fernsehmoderatorin und Mutter zweier Töchter legte den Fokus ihres Vortrags auf das Thema Frauensolidarität: “Den ersten Weltschmerz erleben wir nicht durch Jungs, sondern durch andere Mädchen, durch Freundinnen, die uns plötzlich den Rücken kehren.” Solidarität unter Mädchen müsse man schon im Kindergarten stärken, ebenso müsse man Mädchen den Mut geben, sich so zu akzeptieren, wie sie sind. In ihrer Argumentation verweist Katja Burkard auf eine Passage aus Mirijam Trunks Buch “Dinge, die ich am Anfang meiner Karriere gerne gewusst hätte”, die sie sinngemäß wiedergibt: “Die hübschen ‘angepassten’ Mädchen haben es leichter, dabei wollen auch die lauten Mädchen gemocht werden. Sie allerdings stoßen oft auf Widerstände”. Um Beziehungen unter Mädchen zu stärken, müssten alle Frauen als Vorbilder Solidarität untereinander leben. Denn, so die Moderatorin, “When Women support each other incredible things happen.”


“Wir alle haben eine Verantwortung”


In einem abschließenden Penal Talk sind sich alle Teilnehmerinnen einig, dass es Vorbilder braucht, damit Mädchen unabhängig von Rollenklischees ihren eigenen Weg in dieser Welt gehen können. Und die könne man der Journalistin, Autorin und Podcasterin Yasmine M’Barek schon im Kleinen finden: “Die großen Hebel finde ich schwierig, weil das Ideale sind, denen man zwar hinterherjagt, die aber oft nicht aufgehen. Ich bin ein Fan davon, Strukturen von innen und Step by Step zu verändern, durch kleinere Hebel. Das kann sein, dass man jemandem ein Praktikum verschafft oder einen beruflichen Rat gibt.” Diese Form der beruflichen Unterstützung habe Schauspielerin und Künstlerin Jasna Fritzi Bauer in ihrer Karriere durch ältere Kolleginnen erfahren und reflektiert sehr ehrlich: “Ich will anderen jungen Frauen ebenso ein Vorbild sein. Ich muss aber auch sagen, dass ich manchmal ein Problem damit hatte, weil ich mir dachte: schon wieder eine jüngere Frau. Jetzt sinken die Chancen wieder eine Hauptrolle bekomme. Aber das gehört dazu und es braucht Frauen, zu denen man aufschauen kann.”


Auch die Meteorologin und angehende Astronautin Dr. Insa Thiele-Eich reflektiert konstant ihr eigenes Verhalten und die ihm zugrundeliegenden Glaubenssätze, vor allem seit sie Mutter ist: “Auch ich bin in dieser Gesellschaft sexistisch erzogen worden und war lange ein Pick me Girl in der Wissenschaft. Als Mutter hinterfrage ich meine Entscheidungen und Gedanken, damit ich diese Muster nicht weitergebe.” Gegen die herrschende Ungleichheit der Geschlechter setzt sich Schauspielerin, Moderatorin und Schriftstellerin Collien Ulmen-Fernandez ein. 2018 produzierte sie die zweiteilge Dokumentation “No more Boys and Girls”, gefolgt von ihrem ersten Kinderbuch “Lotti und Otto. Eine Geschichte über Jungssachen und Mädchenkram”. Ebenso wie Johanna Klum und Katja Burkard wurde ihr durch ihre Tochter bewusst, wie stark Vorurteile in den Köpfen der Menschen verankert sind und appelliert abschließend: “Es gab dabei so viel, das mich geärgert hat. Von den Kinderklamotten bis zu den Gutenachtgeschichten. Es ist absurd, was einem an Geschlechterklischees begegnet. Wir alle haben eine Verantwortung, es besser zu machen und etwas zu verändern.”


Vielen Dank an unsere Sponsoren, ohne die dieser Abend und FRAUEN100 nicht möglich wären.




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