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Wie gleichgestellt ist der Sportsommer?

Im Sommer 2024 finden gleich zwei internationale Sportveranstaltungen statt: Die Fußball-Europameisterschaft in Deutschland und die Olympischen Sommerspiele in Paris. Schon jetzt ist die Vorfreude groß, die Fans kommen in Feierlaune und die Fanmeilen werden aufgebaut. Die allgemeine Aufmerksamkeit ist aber auch genau der richtige Zeitpunkt, um den Stand der Gleichstellung im Sport einmal genauer zu betrachten. Wie gender-equal sind die beiden Sportevents wirklich?


Was uns begeistert: Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat sich das Ziel gesetzt, die Olympischen Spiele in Paris 2024 als die ersten Spiele mit vollständiger Geschlechterparität in Bezug auf das Teilnehmerfeld zu gestalten. Erstmals werden die Startplätze zu gleichen Teilen an Frauen und Männer vergeben, jeweils 5250 Athletinnen und Athleten.


Diese Bemühungen gehen sogar über die bloße Teilnahme hinaus, denn es wird eine nahezu gleichmäßige Anzahl von Medaillenentscheidungen für Frauen und Männer geben: 152 für Frauen, 157 für Männer sowie 20 Mixed-Wettbewerbe. Zudem wurden erhebliche Anstrengungen unternommen, um sicherzustellen, dass die Medaillenentscheidungen für Frauen und Männer gleichmäßig über die 16 Tage der Olympischen Spiele verteilt sind. Ein optimierter Zeitplan soll den Medien ermöglichen, ihre Berichterstattung ausgewogener zu gestalten. Das ist besonders wichtig, denn die Statistik zeigt, dass der Sportjournalismus nach wie vor eine Männerdomäne ist: Mehr als 85 % der Berichterstattung widmet sich männlichen Athleten, und über 90 % der Artikel werden von männlichen Journalisten verfasst.



Positive Entwicklungen gibt es auch was die Fußball-EM betrifft: Acht europäische Verbände haben angekündigt, eine Form von „Equal Pay“ umzusetzen, darunter England, Norwegen und Schweden. In Norwegen erhalten die Nationalspielerinnen und -spieler bereits seit 2017 die gleichen Prämien, dank der Solidarität der männlichen Spieler, die auf einen Teil ihrer Sponsoring-Einnahmen verzichten.


In Deutschland ist diese Bewegung jedoch leider noch nicht angekommen: Bei der letzten Frauen-Fußball-EM konnten die deutschen Spielerinnen beim Titelgewinn nur mit 60.000 Euro rechnen, also gerade einmal 15 % der Prämie ihrer männlichen Kollegen, auf die dieses Jahr im Fall des Titelgewinns je 400.000 Euro warten.


Dringenden Handlungsbedarf gibt es jedoch nicht nur bei der EM, sondern auch bei Olympia. Während zwar die Spiele selbst stark auf Gleichstellung ausgerichtet sind, ist letztere noch lange nicht im olympischen Komitee angekommen. Gerade einmal 38 der 152 Mitglieder sind weiblich und weniger als 20 % der Mitglieder in den Führungsstrukturen der angeschlossenen Organisationen sind Frauen.


Bei Fußball-Europameisterschaft, aber auch bei den Olympischen Spielen muss also auf jeden Fall noch einiges getan werden, damit Gleichstellung von Frauen und Männern auf allen Ebenen erreicht werden kann. Die beiden Sportveranstaltungen geben zwar auch Hoffnung auf eine langfristig gleichgestelltere Lage von Frauen und Männern im Sport, trotzdem gibt es noch viele Bereiche, in denen Sportlerinnen den extra Meter gehen müssen und nicht dieselben Konditionen erwarten können. Aus diesem Grund wollen wir dem Handlungsbedarf im Sport durch unser Vertical FRAUEN100xSPORTS in den Fokus rücken, über Missstände aufklären und eine langfristige Verbesserung der Lage von Frauen im Sport mit anstoßen.


Quellen:

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