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AfD stärkste Kraft – Was das für Frauen bedeutet

  • vor 4 Stunden
  • 3 Min. Lesezeit


Laut der aktuellen Forsa-Sonntagsfrage vom 28. April 2026 wäre die AfD derzeit stärkste politische Kraft in Deutschland – vor CDU/CSU und den Grünen. Ein Ergebnis, das aufhorchen lässt – besonders für alle, die Gleichberechtigung nicht als errungenes Gut, sondern als täglich zu verteidigendes Recht verstehen. Statista


Was steht eigentlich in den Programmen dieser Partei, wenn es um Frauen geht? Wir haben es nachgelesen – im Wahlprogramm 2025 „Zeit für Deutschland" (verabschiedet Januar 2025 in Riesa) und im weiterhin gültigen Grundsatzprogramm 2016.


  1. Das Einverdiener-Modell als Ideal

Quelle: AfD-Wahlprogramm 2025


„Familien sollten idealerweise von einem Gehalt leben können und nicht auf eine Doppelberufstätigkeit angewiesen sein", heißt es im Wahlprogramm 2025. taz.de


Gleichzeitig plädiert die AfD dafür, „häusliche Pflege deutlich höher finanziell zu honorieren", und plant ein Erziehungsgeld – beides schafft konkrete Anreize, zumindest für eine gewisse Zeit nicht oder nur wenig erwerbstätig zu sein. In der Regel betreffen diese Vorschläge vor allem Frauen. Bundestagswahl


Die Folge: geringere Rentenansprüche, weniger finanzielle Unabhängigkeit, strukturell eingeschränkte Teilhabe – auf dem Rücken der Frauen.


  1. „Traditionelle Geschlechterrollen" als Leitbild

Quelle: AfD-Grundsatzprogramm 2016 (weiterhin gültig)


Im Grundsatzprogramm befürwortet die AfD die „traditionelle Familie", bestehend aus Mann, Frau und Kind(ern). Andere Lebensformen lehnt sie ab. Campact


Die AfD will Frauen auf eine „traditionelle Geschlechterrolle" festlegen und greift damit die Gleichberechtigung von Männern und Frauen an. Quotenregelungen, Gleichstellungsbeauftragte, Equal Pay – all das lehnt die Partei ab. Keinveedelfuerrassismus


Hinweis: Diese Positionen stammen aus dem Grundsatzprogramm von 2016, das bis heute offiziell gültig ist und durch das Wahlprogramm 2025 nicht ersetzt, sondern ergänzt wurde.


  1. Bevölkerungspolitik mit ethnischem Kalkül

Quelle: AfD-Grundsatzprogramm 2016, Kapitel 6.2 (weiterhin gültig)


Dies ist der brisanteste Punkt – und er muss klar eingeordnet werden. Er entstammt dem Grundsatzprogramm 2016, das bis heute nicht zurückgezogen wurde.

Die AfD äußert sich besorgt über die demografische Entwicklung in Deutschland, da „die Geburtenrate unter Migranten mit mehr als 1,8 Kindern deutlich höher als unter deutschstämmigen Frauen" liege. Dies verstärke „den ethnisch-kulturellen Wandel der Bevölkerungsstruktur". Die AfD beklagt, dass die „Falschen" Kinder bekommen – nämlich Migrantinnen und Frauen aus „sozial schwächeren Schichten" – und nicht die „deutschstämmigen Frauen" aus den „bildungsnahen, mittleren Einkommensschichten" sowie Akademikerinnen. Kleinerfuenf


Im Wahlprogramm 2025 taucht diese Formulierung nicht wörtlich auf – die demographische Zielsetzung bleibt aber dieselbe: „Die Zukunft unserer Heimat liegt in deutschen Kinderzimmern", heißt es dort. Migration dürfe „nie zur Ersatzlösung für demografische Herausforderungen" werden. Landtagswahl-bw


Frauen werden so nicht als Individuen gesehen, sondern als demographische Variable – kategorisiert nach ethnischer Herkunft.


  1. Abtreibung: Selbstbestimmung aberkannt

Quelle: AfD-Wahlprogramm 2025 & Leitantrag Dezember 2024


Die AfD lehnt Schwangerschaftsabbrüche weitgehend ab. „Abtreibung muss die absolute Ausnahme bleiben", heißt es in ihrem Wahlprogramm zur Bundestagswahl 2025. Deutscher Gewerkschaftsbund


Im Leitantragsentwurf vom Dezember 2024 war noch konkreter formuliert: Abbrüche sollen nur noch „bei kriminologischer oder medizinischer Indikation" erlaubt sein – also etwa nach Vergewaltigungen oder wenn die Gesundheit der Mutter gefährdet ist. Diese Passage wurde in der finalen Fassung etwas abgemildert, die Stoßrichtung blieb. Aerzteblatt


Dazu: „Schwangerschaftsabbrüche dürfen nicht als Mittel der Familienplanung propagiert werden." Organisationen, die über Abbrüche informieren, sollen keine staatliche Förderung mehr erhalten. Frauen verlören damit den Zugang zu unabhängiger Beratung. Watson


  1. Ein Widerspruch, der Frauen trifft

Quelle: AfD-Wahlprogramm 2025, Analyse bundestagswahl-bw.de


Obwohl die AfD einen früheren Berufseintritt und weniger Teilzeitarbeit fordert, um einen höheren Lebensverdienst zu ermöglichen, widerspricht dies ihrem gleichzeitigen Ziel, Familien durch Erziehungsgeld und höhere Honorierung häuslicher Pflege zur Nicht-Erwerbstätigkeit zu bewegen. In der Praxis betrifft das vor allem Frauen. Bundestagswahl

Das ist kein kohärentes Programm – sondern ein Widerspruch, dessen Kosten Frauen tragen.


Die AfD nennt ihre Politik „familien- und kinderfreundlich". Was sie tatsächlich bedeutet: ein systematischer Rückbau weiblicher Selbstbestimmung – beim Körper, im Beruf, in der Gesellschaft. Das völkische Ziel der AfD ist „eine höhere Geburtenrate der einheimischen Bevölkerung" – also mehr Kinder, aber mit der in Augen der AfD richtigen Abstammung. Deutscher Gewerkschaftsbund


Und hier schließt sich der Kreis zum Beginn: Eine Partei, die laut Sonntagsfrage gerade stärkste politische Kraft in Deutschland ist, vertritt Positionen, die mit dem Grundgesatz-Versprechen der Gleichberechtigung von Mann und Frau unvereinbar sind. Artikel 3 Absatz 2 ist keine Verhandlungssache – er ist Fundament. Wer ihn aushöhlt, betreibt keine Familienpolitik. Er betreibt Frauenpolitik gegen Frauen.



 
 
 

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