Galentine’s Day – Liebe feiern, nur eben ein bisschen anders
10. Februar 2026

Der Februar ist da, und mit ihm diese ganz besondere Stimmung: Schaufenster in Rosa, Herzchen so weit das Auge reicht und der subtile gesellschaftliche Druck, am 14. Februar bitte maximal verliebt zu sein. Valentinstag eben. Für Paare ein fest eingeplanter Programmpunkt, für viele Singles eher ein Datum, das man „irgendwie hinter sich bringt“. Dabei war Liebe mal sehr viel mehr als Candle-Light-Dinner und überteuerte Rosen.
Ursprünglich stand der Valentinstag für Zuneigung, Nähe und Verbundenheit – nicht zwingend romantisch, nicht zwingend zu zweit. Genau an diesem Punkt setzt der Galentine’s Day an. Eine moderne, entspannte Alternative, die Liebe neu denkt und den Fokus dorthin verschiebt, wo er im Alltag oft unterschätzt wird: zu Freund*innen und zu sich selbst.
Warum der Galentine’s Day eigentlich am 13. Februar ist
Der Galentine’s Day wird traditionell am 13. Februar gefeiert – also einen Tag vor dem Valentinstag. Die Idee dahinter ist simpel und ziemlich smart. Am 13. geht es um „Gals“, also Freundinnen, um weibliche Freundschaften, Selbstfürsorge und Zusammenhalt. Und am 14.? Der darf dann ganz klassisch der romantischen Liebe gehören. Muss er aber nicht. Denn der Galentine’s Day hat kein starres Regelwerk. Er ist flexibel, entspannt und anpassbar – genau wie moderne Beziehungen. Wer möchte, feiert am 13. mit den Single-Freundinnen ein schickes Dinner, einen Spa-Abend oder einen langen Abend voller Gespräche. Und verbringt den 14. Februar dann mit dem Boyfriend, der Partnerin oder einfach wieder mit sich selbst. Alles machbar. Alles schön.
Selbstliebe – mehr als ein Trend, ein essenzieller Baustein
Manchmal klingt das Wort „Selbstliebe“ ein bisschen wie dieser Social-Media-Begriff, der gleich nach „Life Goals“ und „Vibes“ in der Filterblase verschwindet – nett gemeint, aber im Alltag kaum greifbar. Dabei ist Selbstliebe wissenschaftlich betrachtet kein fluffiges Lifestyle-Buzzword, sondern ein echtes psychologisches Konzept mit messbaren Effekten.
Psychologische Forschung zeigt nämlich, dass Selbstliebe – oder im Fachjargon oft Self-Compassion genannt – deutlich mit besserem psychischen Wohlbefinden, mehr emotionaler Stabilität und weniger Stresssymptomen korreliert. Menschen, die sich selbst mit Freundlichkeit begegnen, berichten über weniger Angst, weniger Depression und mehr allgemeine Lebenszufriedenheit. Studien belegen das konsistent über unterschiedliche Altersgruppen und Lebenssituationen hinweg.
Ganz konkret heißt das: Self-Compassion hilft uns, schwierige Gefühle zu regulieren, statt sie zu unterdrücken oder zu verstärken. Wer sich selbst mit Nachsicht begegnet, fällt nicht so schnell in kreisende Gedanken, Grübeln oder Selbstkritik – und das wirkt sich positiv auf die mentale Gesundheit aus.
Und noch etwas: Selbstliebe bedeutet nicht Egoismus. Wenn wir lernen, uns selbst so zu behandeln, wie wir eine gute Freund*innnen behandeln würden – mit Verständnis, Geduld und Wertschätzung – dann stärkt das nicht nur unser inneres Gleichgewicht, sondern oft auch unsere Beziehungen nach außen. Eine Studie der Universität Bamberg zeigt, dass Selbstmitgefühl sogar positiv mit der Qualität romantischer Beziehungen zusammenhängt – weil wir lernen, mit unseren eigenen Schwächen und Erwartungen achtsam umzugehen, statt sie zu projizieren. Selbstliebe ist also kein „Ich setz mich in die Badewanne und alles ist gut“-Slogan, sondern ein psychologisch belegter Schutzfaktor:
Sie hilft, Stress wirkungsvoll zu reduzieren und emotional belastende Situationen besser zu meistern.
Sie fördert emotionale Resilienz und mentale Gesundheit.
Sie macht uns widerstandsfähiger gegen Selbstkritik, Perfektionismus und das ständige Vergleichen mit anderen.
Kein Entweder-oder, sondern ein Sowohl-als-auch
Somit liegt der große Reiz des Galentine’s Day auch darin, dass er kein Gegenspieler zum Valentinstag sein will. Er erweitert ihn. Liebe wird nicht auf eine Person reduziert, sondern als Netzwerk gedacht: Freundschaften, Selbstliebe, Wahlfamilien. Und genau das fühlt sich für viele Frauen heute stimmiger an als das klassische Zwei-Personen-Narrativ.
Gerade für Single-Frauen ist der Galentine’s Day eine Einladung, den Februar nicht mit ironischer Distanz zu überstehen, sondern bewusst zu genießen. Sich selbst Blumen zu kaufen – oder gleich mehrere. Zahlreiche Studien zeigen, dass Pflanzen und Blumen das Wohlbefinden steigern, Stress reduzieren und Glücksgefühle auslösen. Klingt nach einem guten Investment.
Ideen für einen gelungenen Galentine’s Day
Am 13. Februar mit den Single-Freundinnen schick essen gehen
Einen gemeinsamen Selfcare-Abend planen: Masken, Massageöle, ehrliche Gespräche
Sich selbst beschenken – ohne Anlass, ohne Erklärung
Blumen oder Pflanzen kaufen, einfach weil sie glücklich machen
Oder ganz bewusst Zeit allein verbringen: Lesen, das berühmtberüchtigte baden, nichts vorhaben
Liebe in ihrer entspanntesten Form
Am Ende ist Galentine’s Day weniger ein Kalendereintrag als eine Haltung. Er erinnert daran, dass Selbstliebe keine Notlösung ist und Freundschaften genauso gefeiert werden dürfen wie romantische Beziehungen. Dass es kein festes Drehbuch gibt – und auch keinen richtigen oder falschen Weg, Liebe zu leben. Ob am 13. Februar, am 14. oder an beiden Tagen: Alles darf, nichts muss. Und vielleicht ist genau das die schönste Form von Liebe überhaupt.
Text von Rebecca Stringa





