FRAUEN100 Summer Night: Kein Platz für Hass – aber Widerspruch
11. Juli 2025

Donnerstag, 19 Uhr, Berlin. Der Tag war grau und verregnet, doch pünktlich zum Einlass lichtete sich der Himmel – und über dem China Club Berlin spannte sich tatsächlich ein Regenbogen. Fast schon ein Drehbuchmoment, passend zum Motto des Abends: Haltung zeigen, auch wenn’s unbequem wird.
Rund 200 Gäste waren der Einladung zur FRAUEN100 Summer Night gefolgt: Politikerinnen, Unternehmerinnen, Journalistinnen, Aktivistinnen, Künstlerinnen – Frauen aus verschiedensten Bereichen, vereint durch den Wunsch, den öffentlichen Diskurs mutiger, weiblicher und wirksamer mitzugestalten. Doch dieser Abend war mehr als nur ein Netzwerktreffen mit gutem Blick auf die Dächer Berlins. Denn er begann mit einem Knall.
Kritik. Reaktion. Öffnung.
In den Tagen zuvor war es laut geworden in den sozialen Medien – Kritik am Speaker-Line-up, Fragen zur programmatischen Ausrichtung. FRAUEN100 hat reagiert – nicht mit Rückzug, sondern mit Öffnung. Das Programm wurde angepasst, Räume für Gespräch und Austausch geschaffen. Charmant und kompetent führte ein Moderatorinnen-Trio durch den Abend: Christina Lewinsky, Clara Pfeffer und Janna Linke gaben klugem Austausch, kritischen Fragen und persönlichen Statements gleichermaßen Raum – ein Abend der Zwischentöne, mit deutlichen Haltungen. Bundestagspräsidentin Julia Klöckner eröffnete den Abend mit einer Rede über strukturelle Gewalt gegen Frauen, über Quoten, Chancengleichheit und Verantwortung. Im Anschluss stellte sie sich den Fragen der Moderatorinnen und des Publikums – offen, direkt und differenziert. Karin Prien diskutierte mit Ricarda Lang und Moderatorin Yara Hoffmann – ursprünglich zum Thema Parität, schließlich auch über demokratische Debattenkultur, Widerspruchstoleranz und die Frage, wie wir heute streiten wollen, ohne zu spalten.
Perspektiven, die sich sonst nicht begegnen
Auch Karin Prien, die sich nach kritischen Aussagen zu Migration einem „unterirdischen Shitstorm“ ausgesetzt sah, plädierte für Differenzierung: „Man muss immer bedenken, der andere könnte recht haben.“ Ein Satz, der in Erinnerung bleibt – und den viele im Raum als Einladung verstanden haben, zuzuhören statt zu verurteilen. Und das Publikum? Hörte zu. Fragte nach. Diskutierte mit. Was ursprünglich als Podium gedacht war, wurde zur Debatte – nicht immer bequem, aber respektvoll. Nicht eindimensional, aber klar in der Haltung: Keine Bühne für Hass, aber auch kein Rückzug vor Reibung. „Wir brauchen eine Kultur, in der wir solche Diskussionen miteinander austragen“, sagte Prien. Ricarda Lang ergänzte: „Wir dürfen keine Angst vor sogenannten Spaltungsthemen haben – das hilft am Ende niemandem.“
Feminismus heißt auch – ökonomische Macht teilen
Es ging nicht nur um Politik, sondern auch um ökonomische Macht. Unternehmerin Lea-Sophie Cramer rief dazu auf, Netzwerke nicht nur zum Diskutieren zu nutzen, sondern zum Handeln:
Wir Frauen müssen gucken, dass wir uns in diesen Räumen und in allen Räumen im Allgemeinen mehr Chancen geben. Uns gegenseitig anrufen und Jobs empfehlen. ‘Ich hab was gesehen, das könnte was für dich sein. Ich sag’ das ab, aber es wär toll für dich. Kannst du mit aufs Panel kommen? Brauchst du mehr Gehalt? Kann ich dir helfen, zu verhandeln?’ All diese Sachen müssen wir mehr machen.” Ein Appell, der blieb. Weil er konkret war – und weil er zeigt: Feminismus ist nicht nur Haltung, sondern Handlung.


Musik, Emotionen und kluge Stimmen
Künstlerische Highlights setzten starke, emotionale Impulse: Carolin Niemczyk sorgte mit ihrer Live-Performance von „Rich Man“ für Gänsehautmomente – ebenso wie Nohnle Beryl, die mit „Respect“ den Spirit der Veranstaltung musikalisch untermauerte. Für weitere starke Bühnenmomente sorgte eine, von Christina Lewinsky, vorgetragene Rede der ehemaligen Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth, die für echte Parität in allen gesellschaftlichen Bereichen warb. Süssmuth: „Parität jetzt, weil Demokratie und alle braucht“. Wie gewohnt – sachlich, klar, inspirierend.
Ein besonderes Highlight vorab: Unsere Gästinnen konnten sich in der Beauty Lounge stylen lassen – für Haarstylings, die unsere Individualität zum Ausdruck bringen hat Schwarzkopf taft gesorgt. Und auch an die Füße wurde gedacht: Bei einem Drink von Schweppers bot Compeed einen Pediküre-Bereich für schicke (und schmerzfreie) Sommernächte in Heels. Wer es ganz besonders bequem mochte, konnte durch die Lounge Wear von Juvia stöbern.
Was bleibt? Mehr als ein schöner Abend.
FRAUEN100 hat nicht nur zugehört – wir haben reagiert. Das Programm wurde angepasst, der Dialog geöffnet. Und: Es wird weitergehen. Nicht, weil alles richtig war – sondern, weil wir besser werden wollen. Am Ende war die Stimmung auf dem Dach gelöst. Nicht, weil es keine Konflikte mehr gab – sondern weil man diskutierte. Manche sprachen vom Regenbogen über Berlin. Symbolträchtig? Vielleicht. Aber vor allem: Ein Signal, dass auch in der feministischen Bewegung Platz für Streit ist – solange er fair geführt wird. Denn Haltung bedeutet nicht, jedem zu gefallen. Sondern: den Mut zu haben, den Raum offenzulassen – auch wenn’s zieht.
Danke an unsere Partner
Herzlichen Dank gilt besonders an alle, die diesen Abend möglich gemacht haben:
ING, Schwarzkopf taft, Barbie, Compeed, JUVIA, Cosmopolitan, Schweppes, Lancaster, Champagne Pommery, DEPOT, China Club Berlin und Hotel Adlon.




















































