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Aus Inspiration wird Veraenderung

3. Juni 2025

Feminismus war nie nur ein Trend – sondern ein stetiger Wandel. Ein gesellschaftlicher Lernprozess, getragen von vielen mutigen Frauen, die mit ihrem Einsatz Türen geöffnet und Denkanstöße gegeben haben. Ihr Engagement hat den Weg bereitet – für mehr Rechte, mehr Sichtbarkeit, mehr Selbstbestimmung. Heute stehen wir auf den Schultern dieser Pionierinnen – und richten den Blick nach vorn: Was wollen wir weitergeben? Wie können wir eine Welt mitgestalten, in der Gleichberechtigung nicht mehr erklärt, sondern gelebt wird – von uns und für die Generationen nach uns?


Unter dem #strongHERtogether blicken wir nicht nur zurück auf 70 Jahre Empowerment – wir feiern die Frauen, die vorangegangen sind, und die, die heute den Wandel weitertragen. Frauen, die sich nicht auf Rollen festlegen lassen. Die sich füreinander stark machen. Die zeigen: Wenn wir uns gegenseitig unterstützen, können wir alles erreichen.


1950er: Romy Schneider – Rebellion gegen das Frauenbild


In einer Ära, in der Frauen vor allem Ehefrau, Mutter oder dekoratives Aushängeschild sein sollten, stand Romy Schneider wie kaum eine andere für den inneren und äußeren Konflikt zwischen gesellschaftlicher Erwartung und persönlicher Freiheit. Berühmt geworden durch ihre Rolle als „Sissi“, wandelte sie sich in den 1950ern zu einer Frau, die ihr eigenes Narrativ suchte – und fand. Mit ihrem Ausstieg aus dem engen Korsett der Sissi-Romantik und ihrem Umzug nach Frankreich wagte sie den Bruch mit dem von außen aufgedrückten Bild der sanften, untergeordneten Frau.


Sie wurde zu einer frühen Projektionsfläche für viele Frauen, die spürten: Wir sind mehr als eine Rolle. In dieser Dekade begannen Frauen weltweit, politische Rechte einzufordern – so erhielten etwa Frauen in Griechenland und Mexiko das aktive und passive Wahlrecht. 


1960er: Aretha Franklin – Respect als politische Botschaft


Mit „Respect“ sang Aretha Franklin nicht nur einen Welthit – sie lieferte auch den Soundtrack einer ganzen Bewegung. Ihre Stimme wurde zur Stimme der Veränderung: Sie verband die Bürgerrechtsbewegung mit feministischer Selbstbehauptung und gab der Idee von Gleichberechtigung einen kraftvollen, emotionalen Ausdruck. Als schwarze Frau in der Musikindustrie der 60er-Jahre kämpfte sie nicht nur mit strukturellem Rassismus, sondern auch mit den patriarchalen Strukturen der Branche.


Ihr Erfolg und ihre klare politische Haltung machten sie zu einer der ersten großen Stimmen für intersektionalen Feminismus – einem Ansatz, der Diskriminierungen nicht getrennt, sondern in ihrem Zusammenspiel betrachtet. Gleichzeitig veränderte sich das Leben vieler Frauen durch die Einführung der Antibabypille grundlegend: Reproduktive Selbstbestimmung bedeutete erstmals die Möglichkeit, Bildung, Beruf und Familie selbstbestimmt zu planen – ein Meilenstein auf dem Weg zur Gleichberechtigung.


1970er: Jane Fonda – Aktivismus als Haltung


Jane Fonda wurde in den 70er-Jahren zur politischen Ikone – nicht trotz, sondern wegen ihrer Popularität. Sie nutzte ihren Status nicht zur Selbstvermarktung, sondern um für Gleichstellung, Antikriegspolitik und Umweltgerechtigkeit einzustehen. Ihre feministischen Überzeugungen machte sie öffentlich – und unbequem. Sie sprach über Gewalt gegen Frauen, über unbezahlte Sorgearbeit, über die systematische Unsichtbarmachung weiblicher Perspektiven in Politik und Medien.


Diese Haltung spiegelte sich auch in ihrer Arbeit wider: Sie drehte Filme, die feministische Themen aufgriffen, und gründete gemeinsam mit anderen Aktivistinnen Organisationen zur Unterstützung von Frauen. Die 1970er waren weltweit eine Zeit großer juristischer Fortschritte: Gleichstellungsgesetze, Änderungen im Scheidungsrecht, Reformen im Arbeitsrecht. Jane Fonda wurde so zum Gesicht einer Generation, die laut wurde – und gehört werden wollte.


1980er: Claudia Schiffer – Selbstbestimmung wird sichtbar


Als eines der ersten internationalen Supermodels wurde Claudia Schiffer in den 80er-Jahren zur Projektionsfläche weiblicher Stärke, aber auch zur Verhandlungsmasse in der Frage: Was bedeutet es, als Frau im Rampenlicht zu stehen – und dabei die Kontrolle zu behalten? Anders als frühere Schönheitsikonen inszenierte sie sich nicht nur als Model, sondern auch als Marke – selbstbestimmt, geschäftstüchtig, global präsent.


Sie prägte ein neues Bild von Weiblichkeit: glamourös und unabhängig zugleich. Diese mediale Sichtbarkeit ging einher mit gesellschaftlichen Entwicklungen, die mehr Schutz für Frauen forderten – etwa durch den Aufbau von Frauenhäusern, erste gesetzliche Regelungen gegen häusliche Gewalt und die beginnende Debatte über Gleichberechtigung am Arbeitsplatz. 


1990er: Oprah Winfrey – Bühnen nutzen


Oprah Winfrey revolutionierte in den 90er-Jahren die Medienwelt – und stellte dabei konsequent Frauen in den Mittelpunkt. Ihre Talkshow wurde zum Forum für Geschichten, die lange im Verborgenen lagen: von häuslicher Gewalt, sexuellen Übergriffen, psychischer Gesundheit. Besonders beeindruckend: Sie sprach nicht über Betroffene, sondern mit ihnen – auf Augenhöhe. Ihre eigene Geschichte – von Armut und Missbrauch geprägt – machte sie zu einer glaubwürdigen Stimme für Empowerment.


Oprah zeigte: Verletzlichkeit ist kein Gegensatz zu Stärke – sondern oft ihre Grundlage. Die 90er waren auch politisch ein wichtiges Jahrzehnt: Bei der UN-Weltfrauenkonferenz in Peking wurde 1995 offiziell festgehalten, dass Frauenrechte Menschenrechte sind.


2000er: Beyoncé – Feminismus im Mainstream


Mit Songs wie „Independent Women“, "Me, Myself and I"  oder „If I were a Boy“ machte Beyoncé Female Empowerment nicht nur tanzbar, sondern sichtbar – und das auf den größten Bühnen der Welt. Sie brachte den Begriff Feminism in popkulturelle Kontexte, in denen er lange als sperrig oder unsexy galt – und holte damit eine neue, junge Generation ins Boot.


Beyoncés Botschaft war klar: Selbstbewusstsein, Erfolg und Weiblichkeit schließen sich nicht aus – sie verstärken sich gegenseitig. Auch gesellschaftlich war das Jahrzehnt geprägt von Diskussionen um Gleichstellung in Bildung, Beruf und digitaler Teilhabe.


2010er: Emma Watson – Gleichberechtigung als gemeinsame Aufgabe


Als UN-Sonderbotschafterin für Frauenrechte prägte Emma Watson mit ihrer HeForShe-Rede einen Wendepunkt: Sie rief nicht nur Frauen, sondern auch Männer zur Verantwortung. Ihre Botschaft: Gleichstellung ist nicht nur ein Frauenanliegen – sie geht uns alle an.


Parallel dazu machten Bewegungen wie #MeToo tief verwurzelte patriarchale Strukturen sichtbar und führten weltweit zu einem neuen gesellschaftlichen Bewusstsein. Nicht nur in Hollywood, sondern in Unternehmen, Institutionen und Alltagskulturen wurden Fragen nach Machtmissbrauch, Chancengleichheit und struktureller Diskriminierung laut gestellt – und (zumindest teilweise) beantwortet. 


Und heute? – Heute geht es nicht mehr nur darum, Hindernisse zu überwinden – sondern Räume zu schaffen. Für Sichtbarkeit. Für Vielfalt. Für Solidarität. Feminismus heißt heute: füreinander einstehen, sich gegenseitig feiern, bewusst Platz machen – auch am Konferenztisch, im Elternbeirat oder auf dem Podium.

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