Kathrine Switzer: Der Lauf, der alles veränderte
- 23. Apr.
- 3 Min. Lesezeit

Am 16. Mai wird Berlin wieder zur Bühne für ein ganz besonderes Event: Beim VITAMIN WELL Frauenlauf Berlin stehen Gemeinschaft, Empowerment und Sichtbarkeit von Frauen im Mittelpunkt. Tausende Teilnehmerinnen kommen zusammen, um gemeinsam zu laufen, sich gegenseitig zu stärken und ein starkes Zeichen zu setzen.
Eine, die diesen Weg maßgeblich geprägt hat, ist Kathrine Switzer. Als erste Frau, die 1967 offiziell beim Boston Marathon startete, veränderte sie nicht nur ihre eigene Geschichte – sondern ebnete Generationen von Frauen den Weg im Sport.
Wir haben mit ihr über diesen Moment, ihren Einsatz für Gleichberechtigung und die Bedeutung von Gemeinschaft gesprochen.
Sie waren die erste Frau, die offiziell beim Boston Marathon gestartet ist und wurden während des Rennens angegriffen. Was ging Ihnen damals durch den Kopf?
Ein Ordner versuchte damals, mich während des Rennens von der Strecke zu stoßen. In diesem Moment musste ich mutig sein – ich konnte ihm entkommen und habe entschieden: Egal, was passiert, ich werde dieses Rennen beenden.
Es war einer der schlimmsten Momente meines Lebens. Aber oft werden gerade die schwierigsten Momente zu den wichtigsten.

Unsichtbare Barrieren im Sport
Heute sprechen wir viel über Gleichberechtigung, doch strukturelle Hürden bestehen weiterhin. Welche unsichtbaren Barrieren halten Frauen Ihrer Meinung nach noch zurück?
Frauen werden häufig durch ihre geringe Sichtbarkeit in den Medien ausgebremst, weil die Berichterstattung noch immer stark von Männersportarten dominiert wird.
Dabei gibt es Fortschritte: Frauen sind professioneller denn je, spielen auf höchstem Niveau und verschaffen sich zunehmend Gehör. Trotzdem braucht es mehr Unterstützung – durch Zuschauer:innen, Medien und auch durch uns selbst.
Frauen sollten sichtbarer werden, ihre Persönlichkeit zeigen und selbstbewusst ihren Platz einfordern. Und auch finanzielle Unterstützung spielt eine Rolle: Jede kann dazu beitragen, indem sie präsent ist – bei Spielen, Events oder im Alltag.
Solidarität statt Konkurrenz
Was unterschätzen junge Frauen heute in Bezug auf Gleichberechtigung und wo sind sie Ihrer Generation voraus?
Viele junge Frauen unterschätzen die Rolle von Männern als Verbündete. Männer können sehr unterstützend sein, wenn man sie einbindet – man sollte sie nicht als Gegner sehen.
Früher wurden Frauen im Sport oft belächelt. Im Laufsport habe ich aber etwas anderes erlebt: eine Gemeinschaft, in der es keine Rolle spielt, wie schnell du bist, woher du kommst oder wer du bist. Wer da ist, gehört dazu.
Was haben Sie durch das Laufen über Solidarität unter Frauen gelernt?
In meinen frühen Jahren waren Frauen oft meine größten Gegnerinnen – nicht, weil sie mich nicht mochten, sondern weil sie Angst hatten.
Heute ist das anders: Frauen unterstützen sich, bauen Gemeinschaften auf und stärken sich gegenseitig. Genau darum geht es auch in meiner Organisation 261 Fearless: Es spielt keine Rolle, wie schnell du bist – wenn du kommst, gehörst du dazu.
Gemeinsam entstehen Selbstvertrauen, Stärke und echte Verbindungen. Und diese Erfahrung wirkt weit über den Sport hinaus.
Gerade Events wie der VITAMIN WELL Frauenlauf Berlin zeigen, wie viel sich verändert hat und warum solche Räume weiterhin so wichtig sind. Warum sind Veranstaltungen wie dieser Lauf heute noch so relevant?
Solche Läufe sind unglaublich wichtig, weil sie Gemeinschaft schaffen und Frauen sichtbar machen. Viele Teilnehmerinnen kennen sich vorher nicht und kommen doch zusammen wie eine Familie.
Am Tag des Laufs spielt es keine Rolle, wer neben dir läuft. Du kennst die Person vielleicht nicht und trotzdem entsteht eine Verbindung. Diese Erfahrung wirkt weit über das Event hinaus.
Frauen erkennen, dass sie sich weltweit miteinander verbinden können. Und genau das macht solche Veranstaltungen so besonders.
Du hast Lust, selbst mitzulaufen?
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Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit dem VITAMIN WELL Frauenlauf Berlin.






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